Freitag, 2. März 2007
Heute beim Frauenarzt
Heute beim Frauenarzt:
Frau Stella sitzt im Wartezimmer und blättert sich, die Johannes Passion im Kopf, durch die üblichen Gazetten. Dann erklingt ein Name.
Frau Stella fühlt sich angesprochen nickt der Sprechstundenhilfe kurz zu, packt ihre Sachen in die Hand und folgt ihr.
Im Laborzimmer angekommen, meint die Sprechstundenhilfe, dass sie Frau Stella erst einmal wiegen wolle. Frau Stella ist irritiert, sie will doch nur zur Vorsorge, sagt sie.
"Ja," bekräftigt die Sprechstundenhilfe, "und dafür müssen sie gewogen werden. Haben wir bei Ihnen schon Blut abgenommen?"
Frau Stella dämmert es langsam, damals als sie Schwanger war, war das für sie auch normale Vorsorge.
"Ich bin aber nicht schwanger" sagt Frau Stella bestimmt.
Das war zu viel für die arme Sprechstundenhilfe, die nur noch hilflos mit der Maus den Bildschirm hoch- und runterscrollte und Frau Stella vermutlich als Schwangerschaftsdement einstufte.
" Aber sie sind doch Frau Stiller..."
Grinsend verliess Frau Stella den Raum.
So schnell kann man heutzutage also schwanger werden.

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Frau Stella bastelt: ein Stöckchen
Es kommt selten vor, dass Frau Stellas Bloggerei den Blick auf den Bildschirmhintergrund freilässt, aber wenn sie das mal tut, dann öffnet sich ihr die Sicht auf ein Venedigbild von Canaletto.



Dieses Bild würde sie sich am Liebsten dauernd anschauen, wäre da nicht diese verdammte Blogsucht....

Und nun die Frage, die Frau Stella zum Anlass nimmt, ein Stöckchen durch die Gegend zu schmeissen:

Auf was für ein Bild blicken sie, wenn mal keine Blogs und anderes die Sicht auf den Bildschirm versperren?

Diese Intimität möchte Frau Stella gerne sehen von: Frau Diagonale, Frau Bonafide und Herrn Gorrillaschnitzel

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Mittwoch, 28. Februar 2007
30 x 30 Zentimeter Innere Einkehr
Viertel nach neun am Morgen. Menschenmassen schieben sich durch die Gänge der U- und S- Bahn Stationen, hüpfen noch schnell in die sich langsam schliessenden Türen einer abfahrbereiten Bahn oder stieren wartend auf die Bildershow gegenüber vom Gleis. Er steht da auf einer dieser 30x30 Bahnsteigbodenplatten, seine Füße so ausgerichtet, dass sie die Grenzen dieser Platte nicht berühren. Sein Blick geht gen Boden, runter zu den Gleisen, die nur etwa 40 cm von der Bodenplatte entfernt in einem Abgrund liegen.
So steht er da, fast jeden Tag, zur selben Zeit, immer auf der gleichen Platte, immer mit dem selben gesenkten Blick, stocksteif und doch immer leicht vor- und zurückwippend, er steht so da, auch wenn eine S- Bahn an ihm vorbeirauscht und er löst sich erst aus der Erstarrung, wenn er in seine Bahn einsteigt.
Frau Stella kann den Blick nicht von dieser stocksteifen Menschenskulptur lassen, wenn sie dort auf ihre S-Bahn wartend steht. Dieser Mensch provoziert.
Und irgendwie beneidet Frau Stella ihn auch, um diese 30 x30 Zentimeter Einkehr, die er sich täglich, mitten im reissenden Menschenfluss, ertrotzt.

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Mittwoch, 28. Februar 2007
Verdammt eine Motte...
...und ich kriege sie einfach nicht zu fassen.

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Kochchemie


Heute gab es seit ewigen Zeiten wieder frischen Rotkohl und Frau Stellas Küche verwandelte sich in ein Chemielabor.
Das Monster hatte sich nämlich sofort an den Versuch in einem Experimentebuch erinnert, mit Rotkohl als Farbindikator und dass man damit Chemie machen kann. Chemie ist zur Zeit das Tollste.
Und so wurde aus dem Rotkohlstrunk ein Sud gekocht und der dann mit Zitronensaft, Seifenlauge, Zahnpasta, Backpulver und Anderem vermischt wurde. Das Monster goss die Zutaten ineinander, sah zu, wie sich das lila in rot verwandelte oder das lila in blau, mixte, mischte, schob eine Strohhalmpipette von einem Glas ins andere und war schwer begeistert.
Und schwupps war wieder Zeit fürs Monster ins Bett zu gehen.
Und was macht Frau Stella nun mit all den Versuchsresten, die nun ihre Küchenspüle blockieren?

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