Samstag, 30. September 2006
Des Monsters Mikrokosmos





Fotos (natürlich) vom Monster geknipst

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Erziehung
Frau Stella und ihr kleines Monster streiten sich in der letzten Zeit wieder öfter.
Das kleine Monster ist nämlich ein herrisches Monster und das kann Frau Stella nicht zulassen, sonst hat irgendwann das Monster eine Frau Stella.
Und, wenn ich mir das so von Weitem ansehe, ist es vielleicht auch schon so, zumindest aus der Sicht des Monsters.
Nun ja, Frau Stella kann das also nicht durchgehen lassen, diese Rumkommandiererei, und versucht dagegen zu halten mit Verweigerung, Drohungen, Strafen (kein Fernsehgucken zum Beispiel).
Aber fast immer scheitert Frau Stella an dem Dickkopf, der nun wildgewordenen Monsterfurie.
Völlig erschöpft sackt sie dann in sich zusammen und heult erst einmal eine Runde.Schon wieder verloren. Keine Chance.
Hätte sie sich doch damals ein liebes, kleines Kind zugelegt und nicht so ein Monster, aber sie hat es ja nicht anders gewollt.

Und dann, wie ein Blitz, schiesst eine Idee in Frau Stellas Kopf. Da gab es doch einmal einen Tierversuch mit einem Hund. Aber hiess nun der Forscher Pawlov oder der Hund? Ist ja auch egal.
Auf jedenfall, heisst das Zauberwort
Belohnung.
Ab heute wird das Monster belohnt, wenn es freundlich zur Frau Stella ist. Jawohl.
Aber nur dann ...

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Hinweis
Frau Stella hat beim Stöbern durch den Bloggerkosmos einen wunderbar wortgewaltigen und kraftvollen Text bei kid37 entdeckt.
Unbedingt lesen !

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Freitag, 29. September 2006
Donnerstags
Donnerstags hat Frau Stella Freigang Ausgang.
Donnerstags macht Frau Stella nur schöne Dinge,
die mit S anfangen.
Frau Stella geht singen und später dann saufen.
Genauso gut könnte sie natürlich auch schwimmen gehen oder in die Sauna, Schach spielen, stricken und noch vieles mehr.

Aber Frau Stella geht singen, weil sie das Singen lieber mag, als alles Andere. (Ausser schmusen vielleicht)

Ihr kleiner, feiner Kammerchor hat einen ambitionierten Dirigenten, der mit Vorliebe komplizierte und schräge Chorsätze einstudiert.
Frau Stella liebt diese Chorsätze, bei denen einem aufgrund der Schwebungen und Dissonanzen, ein wohliger Schauer über den Rücken läuft und sich ganz sanft die Haarwurzeln aufstellen.
Neulich kam der Dirigent auf die Idee, den Chor nicht mehr nach Stimmen aufzustellen, sondern zu kleinen Quintetten.
Klanglich ist das eine sehr feine Sache, da sich die Stimmen dadurch schöner ins Gesamtgefüge einpassen und man besser auf einander hört.
Problematisch ist es nur dann, wenn ein vollkommen neues, meist sehr kompliziertes Stück vom Blatt gesungen werden soll.
Dann bekommt Frau Stella heftige Panikattacken, da weit und breit keine einzige, notensichere Sopranistin zu hören ist, bei der Sie ihre Stimme erhören könnte.
Die Pünktchen auf dem weissen Blatt hüpfen dann auf und nieder und Frau Stella vermutet, dass das irgendeine Bedeutung für ihr Singen haben müsste, die sie, nach Jahren des Singens, aber immer noch nicht wirklich erfasst hat.
Singen und Lesen spielen sich, zumindest bei Frau Stella, nämlich in komplett unterschiedlichen Gehirnregionen ab. Wenn Frau Stella also die Noten auf dem Notenblatt auf komplizierten Wegen durch ihr Gehirn geschleust und in eine singbare Tonhöhe verwandelt hat, dann ist der Chor schon zwei Takte weiter.
Hören und Singen wiederum gehören zusammen.
Hört Frau Stella ein Lied nur ein paar mal, dann kann sie es singen (so pi mal Daumen zumindest)
Frau Stella wartet immer noch auf Tag an dem Sie endlich den Geheimgang, beziehungsweise einen direkten Weg von den Noten zum Singen, in ihrem Hirn finden wird.
Abgesehen von diesem nervenaufreibenden Notenlesen, macht es Frau Stella saumässig viel Spass im Chor.

Und dann das Saufen !!!
Abends,wie eine Erwachsene, in eine Kneipe zu gehen, mit furchtbar, lieben Leuten, und nicht vor zwölf Uhr nachts nach Hause zu kommen, einfach herrlich.
Und so nach einem knappen Jahr üben, hat sich auch Frau Stella wieder daran gewöhnt, nachts, wenn es dunkel ist, draussen auf der Strasse zu sein, ohne ein seltsam, fremdes und unwirkliches Gefühl zu haben.

Donnerstags hat Frau Stella Freigang.
Das ist der schönste Tag in der Woche.
Da bleibt sogar der Computer kalt.

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Donnerstag, 28. September 2006
Ode an den Arbeitsplatz
Frau Stella gehört zu den privilegierten Menschen. Jenen Menschen, die eine Arbeit haben und die ihnen zu allem Überfluss auch noch Spass macht.
Frau Stella hat das grosse Glück Drachenköpfe und anderes Getier schnitzen und kaschieren zu dürfen, im Theaterhaus wichtig durch die Säle zu wirbeln, um Lichter zu verstellen und Welten aufzubauen und Klänge zu machen. Frau Stella darf professionell spielen, auf der Bühne und drumherum.
Mittags bekommt sie, von der schönsten Stimme weit und breit, ihr Horoskop vorgelesen und geniesst zwischen Käsebrot und Joghurt, die hitzigen Debatten über Gott und die Welt.
Frau Stella kann sich zur Zeit keinen schöneren Ort vorstellen, den Grossteil ihrer Zeit zu verbringen.

Es gibt da nur einen klitzekleinen Haken...

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blinde Gedanken
blinde Gedanken tasten nach der Liebe,
die mir verloren wurde
hölzerne Herzen irren umher,
schlagen vereinzelt
in Erinnerung an die Nähe
tausend gefühlte Jahre Staub
dazwischen
das Flämmchen Liebe in mir
sorgsam verpackt
sehnt

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