Samstag, 24. März 2007
Wappnen




DO NOT WALK OUTSIDE THIS AREA

Das sollte Frau Stella in Zukunft beherzigen, bevor sie sich zu weit hinauslehnt.

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Freitag, 23. März 2007
Tiefenschärfe
Manchmal läßt das Leben den Blick nicht frei für die wundersamen Dinge im Leben, da hamstert man sich ab, läuft von Termin zu Termin und hakt ab, was erledigt ist, da dient das Dasein zur Befriedigung der Notwendigkeiten. Aber was sage ich, dass kennt ja sicher jeder.
Doch dann mitten im Einerlei der geschäftigen Tristesse, blitzen sie dann manchmal auf, diese Gedanken, die einem für Sekunden auf eine andere Ebene katapultieren und dadurch den Blickwinkel auf die Welt ändern.

So wie mir heute in der Bahn auf dem Weg zur Arbeit mit einem Schlag klar wurde, dass überall um mich herum, Millionen von Handygespräche schwirren. Es wurde mir so klar, dass ich sie förmlich sehen und hören konnte.
Abgesehen davon, dass diese Vorstellung durchaus etwas Beunruhigendes hatte, ergriff mich auch eine grosse Ehrfurcht vor diesem Wunder der Technik, dass fast jedes Telefonat auch tatsächlich den Menschen erreicht, der erreicht werden soll und das auch über tausende Kilometer hinweg und (noch beeindruckender), dass diese Distanz überbrücktwerden kann, ohne nennenswerte Zeitverzögerung.

Das ist jetzt vielleicht nur ein banales Beispiel für das, was ich meine, sicher gibt es bessere.

Und trotzdem, solche Gedanken schaffen plötzlich eine Tiefenschärfe für Dinge, denen man im Normalfall kaum Beachtung schenkt, sie schaffen einen Raum mit anderer Zeit, mit anderer Intensität, mit anderen Schwerpunkten.
Sie sind tiefer, anders.

Solche Gedanken bringen mich dem näher, was manche Menschen vielleicht Gott nennen würden.

Und dafür bin ich zutiefst dankbar.

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Donnerstag, 22. März 2007
Stöckchenbeichte
Nun ist es doch soweit. Vor diesem Stöckchen hat sich Frau Stella gefürchtet und und immer die Augen geschlossen und ein kleines Gebet gen Himmel geschickt, wenn ihr dieses Stöckchen begegnete, damit sie dieses ja nicht erwische.
Liebe Frau Gutemine sie hätten das doch wissen müssen...
Nun ja nun hilft nichts mehr, nun muss sie sich outen:
Frau Stella liest nicht
...oder besser ganz wenig und sehr selten.
Nicht das sie nicht gerne lesen würde, nein, wenn sie liest, dann macht es ihr auch Spass.
Frau Stella liest Blogs und das mit wachsender Begeisterung und sie hört auch gerne Geschichten, aber ein Bücherverschlinger ist sie in keinem Fall.

Seit einem guten dreiviertel Jahr liest sie nun an der "Entdeckung des Himmels" von Harry Mulisch.
Ein wunderbares Buch, aber irgendwie gibt es immer Anderes, Wichtigeres in Frau Stellas Leben, das ihr das Weiterkommen in der Geschichte verhindert.
Tja, so ist das nun mal.
Ein bisschen peinlich ist das Frau Stella schon, bei all den Bücherratten, um sie herum, hier im Dorf und in der Welt, aber es liegt ja nicht daran, dass sie nicht mag, sondern, dass es immer das ist, was zuerst hinten runterfällt.

Ich schätze, das Stöckchen wird bei Frau Stella versanden müssen, bis der Wind es vielleicht irgendwann einmal wieder freilegt, in einem anderen, späteren Leben vielleicht, oder wenn Frau Stella alt und grau geworden ist.

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